Meine
Mutter war gerade am kochen. Lasagne, mein Lieblingsessen.
Mit
liebevollem Blick unterbricht sie ihre Arbeit und sieht mich an. „Was
ist denn los, Süße?“ Scheiße!
Was
soll ich ihr nur sagen? Anscheinend sehe ich ziemlich fertig aus. „
Du bist in letzter Zeit so still und verkriechst dich immer mehr in
dein Zimmer.“ Puh!
„
Ich mache mir schön langsam Sorgen um dich, Kind.“ „Du weißt
doch, ich hab viel für die Schule zu tun, und außerdem geht mir das
mit Tom immer noch nahe.“ Tom war mein Freund, war,
er hat mich einfach sitzen gelassen, Bindungsangst, hat er zu mir
gesagt.
Durch eine Freundin habe ich schließlich erfahren, was der
wirkliche Grund dafür war, ich war zu anhänglich. Es ist schwer
verlassen zu werden, aber es ist richtig bitter auch noch belogen zu
werden. Ich habe ihn geliebt. Und
er mich auch!
Ich bin der festen Überzeugung, dass er mich auch geliebt hat. Wieso
hätte er mich sonst bei einem Treffen, als wir noch nicht zusammen
waren einfach so geküsst? Er wusste, dass ich einen Freund hatte,
wenn dieser mich auch ignoriert hatte und ich vorhatte mit ihm
schluss zu machen. Ich war am Boden zerstört.
Auch jetzt noch, über
ein halbes Jahr später, ist die Sache nicht ganz ausgeklungen. Die
Frage, was ihm durch den Kopf geht, wenn er meinen Namen hört, ob er
noch manchmal an mich denkt. „ Ach Schatz, das wird alles wieder,
glaub mir, ich hab auch meine Erfahrungen gemacht“, sagt meine
Mutter mit weicher Stimme, verständnisvoll wie immer. „ Ja, ich
weiß. Du brauchst dir keine Sorgen um mich machen.“ Meine Mutter
ist keine Person, die immer alles bestimmen will, im Gegensatz zu
meinem Vater, bei dem dieses Gen wohl ein wenig stärker ausgeprägt
ist. Sie sieht grundsätzlich immer Freundlich aus, zieht sich modern
an und ist eigentlich ganz locker. Ich habe wirklich viele
Freiheiten. Ich darf eigentlich fast Alles. Ich weiß, dass ich für
diese Tatsache viel zu undankbar bin. „ Du musst los, Schatz, Anna
wartet schon auf dich“, reißt mich meine Mutter aus diesen
Gedanken.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen