Ich werd es so machen, dass ich immer wieder einen Teil einer Geschichte Poste. Wenn es euch interessiert einfach kommentieren, bzw lasst mich wissen, ob es euch interessiert.
Also fang ich jetz mal mit dem ersten Teil an :
Langsam
gehe ich durch den kalten, mit weiß schimmerndem Schnee bedeckten
Waldboden. Und wieder lief mir etwas feuchtes über das, von der
Kälte bereits ganz rot gefärbte Gesicht. Ich versuchte mein
Schluchzen zu unterdrücken. Es gelang mir, wenn auch mit großer
Mühe. Da war er auch schon. Er war so wunderschön, auch ohne
Blätter und vollkommen mit Schnee bedeckt. Dieser Baum hatte eine
schier unfassbare Anziehungskraft auf mich. Er wirkte so allein,
einsam,
obwohl er umgeben von lauter anderen, hochgewachsenen und starken
Bäumen steht. Es ist vergleichbar mit dem Gefühl, allen zu sein,
obwohl man in einer großen Menge von Menschen steht, einsam.
Ich kenne dieses grausame Gefühl nur zu gut, es verfolgt mich jeden
Tag. Ich betrachte ihn, diesen Baum, und frage mich was ihn für mich
so besonders macht. Ich liebe die weiße Winterlandschaft, alles
sieht so ruhig und friedlich aus. Ich gehe näher an den Baum und
setze mich auf einen alten Stumpf daneben. Ich komme oft hierher um
zu überlegen. Plötzlich sehe ich oben auf dem, im Sonnenlicht
glitzernden Hügel, der genau vor mir liegt, etwas rotes. Ich kann
mir nicht vorstellen was das sein könnte, also beschließe ich
kurzerhand nach oben zu gehen und nach zu sehen. Oben angekommen kann
ich aber nichts Rotes entdecken, keine Spur von dem, das gerade eben
noch so real gewirkt hat. Es läuft mir aus irgendeinem Grund kalt
den Rücken hinunter. Ich muss
hier weg, so schnell wie möglich,
schießt es mir durch den Kopf, während ich schon beginne zu laufen,
so schnell ich kann. Weg
hier! Lauf!
Mir war nicht klar warum ich das hier machte, ich wusste nur, dass
ich dort weg musste, auf dem schnellsten Weg, sofort!
Schweißgebadet wache ich auf. Ich sehe mich um, mein Zimmer, mein
hölzerner Schreibtisch, mein viel zu großer Eckschrank, meine
Regale, alles da. Wie kann das möglich sein? Ich war doch gerade
eben noch im Wald. Erst jetzt realisiere ich, dass ich in meinem
warmen Bett liege und alles nur geträumt habe. „Aber es war alles
so real“,
spreche
ich den Gedanken, der mir gerade durch den Kopf geschossen ist, laut
aus. Obwohl es erst 1:30 Uhr ist kann ich nicht mehr schlafen, mir
geht dieser seltsame Traum nichtmehr aus dem Kopf, ich
muss wissen was er zu bedeuten hat.
Ich weiß, es war nicht einfach nur ein Traum, das ist unmöglich,
wie hätte mich ein einfacher Traum nur so fesseln können?
Mit diesem Gedanken beschließe ich mich auf den Weg in den Wald zu
machen. Ich ziehe mir die Jeans, die vor meinem Bett liegt über
meine Schlafanzughose an, suche meine Jacke an der Garderobe, ziehe
meine Stiefel an und verlasse das Haus. Trotz der frühen Uhrzeit
machte es mir nichts aus alleine in den Wald zu gehen. Ich hatte
keine Angst vor der Dunkelheit, oder davor überfallen zu werden oder
etwas ähnliches, nie. Ich weiß genau wo dieser Baum ist, es ist
wahr, dass ich oft dort bin, um nachzudenken. Draußen im Wald ist
alles ganz still, der Boden wird leicht vom fahlen Mondlicht
beleuchtet, dass ich gerademal die Umrisse meines eigenen Fußes
erkennen kann. Da, der Baum, wie in meinem Traum, einfach magisch.
Ich kann nicht anders, als hinzugehen und mich auf den weißen
Baumstumpf daneben zusetzen. Es ist alles wie zuvor in meinem Traum,
nur wird die unberührte Landschaft nicht von strahlendem
Sonnenschein eingehüllt, das durch die blätterlosen Baumkronen
hindurch scheint. Meine Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt
und ich kann Alles relativ klar sehen, zumindest so klar, wie es im
Dunkeln eben geht. Schweigend sehe ich mich um, der Weg, der nur ein
paar Meter von mir entfernt liegt, eine kleine zugefrorene Pfütze,
einen Moment überlege ich, ob ich aufstehen und die dünne
Eisschicht zertreten soll, wie ein kleines Kind. Diesen Gedanken aber
verwerfe ich recht schnell wieder, als ich zum Hügel gegenüber von
mir hinaufblicke. Da sticht es mir ins Auge. Ein leuchtend roter
Fleck, inmitten der farblosen, nächtlichen Winterlandschaft. Wie
ist das möglich? Das kann nicht sein, nein!
Ich spüre, dass ich schon wieder begonnen habe zulaufen. Es ist als
würde mir irgendetwas sagen, ich müsse hier verschwinden, weg
von hier. Ich
laufe, bis ich an der Straße am Waldrand angekommen bin. Jetzt
scheint die Sonne schon vom klaren Himmel herab. Wie lange war ich im
Wald? Ich weiß keine Antwort auf diese Frage, es ist mir auch egal,
ich will nach Hause. Schnell!
Jetzt!
Der Wald liegt nur wenige Hundert Meter von unserem Haus entfernt.
Deshalb laufe ich nichtmehr, sondern gehe gemütlich zurück.
„Wo
warst du denn?“, fragt meine Mutter ein wenig besorgt. „Keine
Sorge, Mama, ich war nur im Wald“, antwortete ich rasch. Ein Blick
auf die Uhr verriet mir, dass es bereits 11 Uhr morgens war. Ist
das möglich?, mein
Unterbewusstsein antwortet auf diese absolut unnötige Frage,
natürlich
ist es möglich, du siehst es doch!
So ich hoffe, dass es euch bis hierhin gefällt.